Startseite > News > Meldungen_Startseite > Spielbericht: SG in Oppenau

Schramberg am Wochenende zwei Mal überragend
„Prädikat Weltklasse“ für mehrere Spieler verliehen – Coach Schinle in Halbzeitpause sprachlos.

Schöne Kombinationen, grandiose Abschlüsse und Vollstrecker, kälter als eine Hundeschnauze. Hochverdient war der Sieg der zweiten Mannschaft im spontanen freitäglichen Kick in der Karl-Diehl-Halle. Aufgrund von akutem Torhütermangel war die Erste Mannschaft zu Gast im Training in Schrambergs schönster Halle. Und im traditionellen Warm-up-Kick musste sich die Erste ganz schön warm anziehen.
Eine beinharte Verteidigung um Torhüter Marcel Krause, der mit 2 Jahrhundertparaden mehr als positiv auffiel. Davor rührten Enrico Schrödter und Julian Roming als Felsen in der Brandung härtesten Beton an.
Das kongeniale Mittelfeld-Duo um Matthias Schinle und Pascal Möller spielte seine Stärke im Spielaufbau aus. Der Sturm. Extra-Klasse. Wieselflink zeigten sich die Torjäger Jan Bantle, Enis Baca und Manuel Fleig, die zur richtigen Zeit den Riecher hatten und die scharfen Flanken von Dominik Möller zielsicher verwandelt. Das 3:0 am Ende hochverdient sorgte für stehende Ovationen auf den Rängen. Auch ein Pappschild eines Henkelpotts war auf den Rängen zu sehen. Träumen darf kurz vor Weihnachten auch bei den SG-Fans erlaubt sein...

Ähnlich flink zeigte sich die Zweite zum sonntäglichen Ballen in der Bimmerle-Halle in Oppenau.
Auch ohne die verhinderten „Auswärts-gehe-ich-aus Prinzip-nicht-mit“ Damian Roming und der wegen einer Disziplinlosigkeit in den Urlaub verbannte Phillipp Fehrenbacher trat eine 10 Mann starke Mannschaft in der Binmerle-Arena an. Kurzfristig musste man auf den „kleinen Giftzwerg mit der Plauze“, verzichten, der aufgrund seiner Taufe lieber ein festliches Mahl einnahm.

Trotz der Ausfall dieser hochverdienten Abwehrrecken war die Abwehr das absolute Prunkstück am Sonntag in Oppenau. Während die Anfangsphase der Begegnung bis zum 5:4 für Schramberg noch ausgeglichen verlief, die Gastgeber wie die Gäste hochkarätige Chancen liegen ließen (Ein Gruß geht raus an Marcel Krause im Tor), setzte sich die Klasse der Schramberger mit zunehmender Spieldauer langsam durch.
Besonders im Angriff taten sich die Einheimischen gegen eine kompakte SG-Defensive schwer. Besonders der wohl „kleinste Mittelmann der Welt“, Enrico Schrödter, räumte als „wilde Kampfsau“ auf der „Indianerposition“ alles ab. „Beeindruckt“ zeigte sich auch dessen Trainer Matthias Schinle (der mittlerweile so erfahren ist, dass seine Erfahrung von der Bank aufs Spielfeld auszustrahlen scheint) ob der Tatsache, dass Schrödter trotz doppeltem, wenn nicht gar dreifachem Gewicht der Gegner wie ein kleiner Fels in der Brandung in den Boden zementiert zu sein scheint.
An der wirklich grandiosen Deckungsarbeit der SG-Zweiten erfreuten sich vor allem die Jüngsten im Team der Uhrenstädter. Wie eine Horde junger ungebändigter Ponys liefen Jan Bantle, Max Hess und Manuel Fleig einen Konter am nächsten, sorgten beim Stande von 9:4 nach 18 Minuten bereits für klare Verhältnisse.
Am Ende entfielen ganze 18 Tore auf die drei jungen Küken – „Chapeau“ für diese Leistung, auch wenn nicht alle Würfe ihr Ziel im Kasten der Gastgeber fanden und der eine oder andere das Hopfengetränk am Samstagabend besser durch Zielwasser ersetzen sollte. 😉 Dennoch sorgte dieser Sturmlauf der jungen wilden SG-Ponys dafür, dass sich absolut verdiente Spieler der SG Schramberg einen eher geruhsamen Nachmittag in Oppenau erlauben konnten. Auf den Titel „Faulenzer des Tages“ kann aber daher gehend verzichtet werden, da die kollektive Abwehrarbeit wirklich traumhaft war und alle Spieler gemeinsam für den Erfolg ackerten.

Oppenau zeigte bereits in Minute 20 erste Ermüdungserscheinungen und wurde von Schramberg gegen Ende von Halbzeit 1 komplett überrannt. Aber selbst vor einer geschlossene Abwehr hatte Schramberg immer ein spielerisches Mittel parat, um sich durchzusetzen. Mit einer tollen Übersicht und klugen Pässen wurden die jeweiligen Nebenmänner eingesetzt, so dass Schramberg durch zahlreiche schön herausgespielte Tore brillieren konnte. Bis zum Halbzeitpfiff durch die beiden jungen, wirklich hervorragend pfeifenden Unparteiischen setzten sich die Talstädter aus der Talstadt schier uneinholbar auf 16:7 ab.

Trainer Matthias Schinle war völlig sprachlos bei der gemeinsamen Einnahme des Pausentees, was durchaus auf zwei Gründe rückführbar sein kann: Entweder haben ihn seine Gefühle aufgrund der bärenstarken Leistung der Schramberger total übermannt, oder an der Performance der Schramberger Zweiten gab es generell wenig zu bemängeln. Nichtsdestotrotz ermahnte er seine Buben „weiterhin Vollgas zu geben um keinen Zweifel am Sieg der Bach-na-Fahrer-Städter aufkommen zu lassen.“

Gesagt, getan. Auch wenn Oppenau das eigene Engagement etwas nach oben schraubte, auf einmal selbst dem Tempospiel nachkam und dadurch etwas zu oft die Lücke im Abwehrverbund fand, spielte die SG ganz abgezockt und cool weiter. Der inzwischen eingewechselte Markus Holzer im Kasten der Gäste zeigte eine ähnlich ansprechende Leistung wie sein Vorgänger Marcel Krause und so zogen die Schramberger weiter von Dannen. Bis auf 14 Tore schraubten die Uhrenstädter ihren Vorsprung in die Höhe (23:9/40. Minute), ehe die SG auch bedingt durch zahlreiche Wechsel einen Gang zurückschaltete. Logischerweise nutzten die Oppenauer die fehlende Abstimmung im neuformierten Rückraum und verkürzten bis zur 50. Minute auf 25:16. Dann Griff endlich auch der sehr, sehr wirklich sehr erfahrende Spielertrainer Matthias Schinle ins Spielgeschehen ein und startete mit seinem Treffer die SG-Schlussoffensive. Bis zur letzten Sekunde hatten Schrambergs Handballer Spaß am Spiel, erzielten in den letzten 10 Minuten nochmal 8 eigene Tore und trafen in Person von Neuzugang Yannic Köhler mit der schrillen Schlusssirene zum 34:19 Auswärts-Kantersieg der uralten Sportgemeinschaft aus der Berg-Tal-Stadt.

Ein überragender Jahresabschluss für den Vorjahres-Kreisklasse-Meister aus Schramberg, der mit dem Sieg kuschelig auf dem zweiten Platz der Tabelle überwintern darf. Bei einem Rückrundenprogramm mit sechs Heimspielen bei vier Auswärtspartien sollte sich die Tabellenspitze aufgrund des grandiosen Laufs der Schramberger mit nun 7 Siegen in Folge warm anziehen. Das nächste Spiel der Zweiten findet im neuen Jahr am 26.01.19 statt. Aufgrund der Handball-WM, die im Januar in Deutschland und Dänemark stattfindet ist die Winterpause dieses Jahr etwas länger als üblich. Sicher zeigt aber auch unsere Nationalmannschaft einen tollen und ansprechenden Handballsport.

Zum Schluss ist es noch eine Herzensangelegenheit des Autors, einen Spieler zu Wort zu kommen zu lassen, der sich wie kein zweiter über den Sieg in Oppenau freute. Wie ein Honigkuchenpferd grinste Keeper Markus Holzer über beide Ohren und jubelte: „Gott sei Dank haben wir dieses Mal direkt beim Spiel beide Punkte eingetütet. Letztes Jahr musste ich leider nach dem Spiel noch für Zählbares sorgen, zum Glück bleibt mir das dieses Jahr erspart (Schramberg spielte letztes Jahr in Oppenau nur Remis, Anm. d. Red.).“

Für die SG liefen auf:

Marcel Krause, Markus Holzer (beide im Tor), Jan Bantle (9), Julian Roming (3), Matthias Schinle (1), Fabian Eickhoff (3), Enrico Schrödter (8/3), Tobias Schinle, Manuel Fleig (3), Yannic Kohler (1), Max Heß (6)