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Sielbericht: SG bei TuS Oppenau 2


Ein Lauterbacher und ein Hartmetall-Anhänger avancieren zum Matchwinner

 
Schramberg 2 besiegt Oppenau 2 knapp mit 29:26 – SG klettert auf Platz vier
 
Aufgeregt und mit großen Kinderaugen, die das erste Mal den Weihnachtsmann sehen (ja, ihn gibt es wirklich!) warteten die Dunninger Holzäpfel vor der Günter-Bimmerle-Halle in Oppenau auf ihre Schramberger Kollegen. Besonders Torhüter Achim Lidl schien sehr aufgedreht und hibbelig zu sein. „Wow“ waren seine ersten Worte noch vor einer ordentlichen Begrüßung der Mannschaftskameraden. Die kurvenreiche Anfahrt durch die Untiefen des Schwarzwaldes mit tollen Ausblicken hatten es ihm angetan. „Hasen und Igel habe ich gesehen auf der Anreise“, war Achim völlig außer sich. „Und, ihr werdet es nicht glauben, so gar nen echten Bären habe ich gesehen – absolut voll krass war das!“ Die anderen Dunninger, die bisher nur staunend und geflashed daneben standen, schritten nun ein. „Achim, red keinen Stuss“, erhob Simon freudestrahlend seine Stimme: „Die Anfahrt war wunderschön. Hasen und Igel habe ich auch gesehen, -und vor allem dieses mächtige WIndrand. Das war so toll, wenn ich groß bin, möchte ich auch mal ein Windrad werden. Aber das Tier? Das war kein Bär, das war ganz klar ein Wildschwein! Bären sind wie Zugvögel, im Winter sind die weg!“, wusste der Neunmalkluge Simon seinen Mannschaftskumpel zu berichtigen. Sahar war der Meinung, bei dem ominösen Wesen handelte es sich um einen prächtigen Hirsch: „Habt ihr das Geweih nicht gesehen?“, so sein Kommentar. „Eindeutig ein stolzer Hirsch!“
Heiko hatte wiederrum eine ganz andere Sicht der Dinge und vermutete in dem Wesen einen bösen Waldgeist, der die Dunninger auf ewig im Schwarzwald gefangen halten möchte („machet schnell, dass mir wegkommen“). Kay dagegen meinte, er hätte seinen Bruder gesehen, der nach einer durchzechten Nacht hilfesuchend durch den Wald tappste. „Als ob er den Lichtschalter sucht wenn er nachts auf Toilette muss“.
Welches Geschöpf die Dunninger letztlich zu Gesicht bekamen, wird sich wohl nie klären. Eins ist aber gewiss, sie freuen sich bereits spitzbübig auf die nächste Auswärtsfahrt in den Schwarzwald. Sie sind sehr froh, endlich im schönen südbadischen Verband unterwegs sein zu dürfen und wissen daher die unbekannten Gegner viel mehr zu schätzen, als dies die Schramberger tun.
 
Vor allem Torhüter Achim streichelte in seinen Gedanken dann zu lange noch einen kleinen, putzigen Feldhasen mit flauschigem Fell. Denn im ersten Durchgang war er stets ein Millisekunde zu langsam - ein ums andere Mal rutschte ihm der Ball über den Schlappen oder glitt ihm durch die Hände. Da die Abwehr sich ebenfalls noch etwas behäbig zeigte und gegen kompakte und stürmisch anrennende Oppenauer etwas zu zaghaft war, entwickelte sich eine ausgeglichene erste Halbzeit. Auch wenn Schramberg schnell mit 3:1 vorlegen konnte, den ein oder anderen Glühwein vom Vorabend hatten die Gäste noch in den Knochen stecken. Vor allem beim Abschluss machte sich dies bemerkbar, denn wie so oft in dieser Runde war die Quote auf Schramberger Seite miserabel. „Beschämend“ hätte ein Handball-Fachmann aus vergangenen Zeiten die Schramberger Ausbeute kommentiert. Daher geriet die SG nach 10 Minuten erstmalig in Rückstand (3:4) und rannte fortan einem Rückstand hinterher.
Dass dieser nicht zu groß wurde, lag an diesem Tage vor allem an zwei Schramberger Akteuren. Neben dem 7-fachen Torschützen Jan Bantle stach auch – leider muss ich es schweren Herzens an dieser Stelle erwähnen – Pascal David Möller mit 10 Toren heraus. Schweren Herzens nicht, weil er es sich mit einer quietschfidelen und wahnsinnig spritzigen Performance nicht verdient hätte. Ehrenwert, jedoch mit einem großen, fetten, hässlichen Schönheitsfleck (dazu später mehr) war seine Leistung an diesem Nachmittag. Vielmehr muss man auf Schramberger Seite nun aufpassen, dass der Hartmetall-Fan aus der Talstadt nun nicht die Bodenhaftung verliert. Beweise liefern die vergangenen Berichte, in denen sich Möller selbst als Halbgott des Handballs darstellte. Auch wenn du super gespielt hast, trink bitte weiter einfach deine Spezi und bleibe auf dem Teppich, lieber Pascal-David!
 
Zurück zum Sport: Nach 6 Treffern durch das oben erwähnte Duo konnte die SG Schramberg beim 10:9 wieder die Führung übernehmen (21.). Doch bis zur Pause hielt Oppenau dagegen, weshalb es mit einem 14:14 in die Katakomben der Bimmerle-Halle ging. Doch eine Anektdote zur ersten Halbzeit möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Denn für die Gastgeber, allen voran deren Trainer, ging es in den ersten 30 Minuten selten um Handball. Es wurde gescholten und geschumpfen, jede Aktion wurde kommentiert und bewertet. Nervtötend, nicht nur für den Schiedsrichter, auch für die Gästespieler, die die Aufregung nicht verstehen konnte. Handball ist Kontaktsport (siehe auch im Duden: Sport, dessen Regeln gegenseitigen Körperkontakt unter den beteiligten Wettkämpfern, Mannschaften o. Ä. fordern oder erlauben (z. B. Boxen, Ringen, Fußball). Dass der Duden an dieser Stelle den Fußball nennt, ist zwar lächerlich, aber angesichts der bundesweiten Popularität dieses Rüpel-Sports verständlich.
Oppenau hatte es aber nötig, jedes harmlose Foulspiel der Schramberger in einer insgesamt sehr fair geführten Partie auf eine versuchte Körperverletzung hochzusterilisieren und fühlte sich vom Schiedsrichter ungerecht behandelt. Dauerbeschallung von der Seitenlinie war die Konsequenz, die in der 23. Minute mit einer gelben Karte für die Bank ein jähes Ende fand. Höhepunkt war jedoch der Einwand des Oppenauer Trainers, dem nach 20 Minuten auffiel, dass SchrambergsTorhüter ein rotes Trikot trug, ebenso wie seine Mannschaft auf dem Feld. In den Niederungen der Kreisklasse ist dies ein absolutes No-Go!Viel zu gefährlich sei das, so seine Argumentation und regte armrudernd einen Wechsel der Trikotfarbe an. Simon ganz irritiert, wo denn auf einmal das Windrad herkommt, war sofort Feuer und Flamme von dieser Idee und organisierte seinen Torhüter Überzieher für ein allzeit sicheres Spiel
 
Direkt nach der Pause hatten die Gäste dann ihre beste Phase. Vor allem in der Abwehr steigerten sich die Uhrenstädter und ließen acht Minuten lang keinen Treffer zu. Großen Anteil daran hatte der eingewechselte Lauterbacher Torhüter Tim Deuringer, der den von Bären träumenden Achim ersetzte. Mit zahlreichen Paraden half er seiner Mannschaft in die Spur, die nach Treffern der Jungfüchse (lieber Dunninger, dabei handelt es sich nicht um echte Tiere) Jan Bantle und Enis Baca mit 19:14 führten. So ganz konsequent spielten es die Schramberger dann aber nicht zu Ende. Zwar führte man nach 50 Minuten beim Stande von 25:20 weiterhin mit fünf Treffern (hochverdient), die SG lies es dann aber etwas zu sehr schleifen, denn Oppenau kam binnen Minuten zurück in die Partie. Ausschlaggebend war ein Gegenstoß von Pascal Möller. Nach prächtiger Defensivarbeit seiner Teamkollegen rannte der kleine Pascal alleine auf das Tor der Einheimischen zu. Mit einer tollen Sprungkraft hob er vom Boden ab, um gekonnt zum Wurf anzusetzen. Doch statt den Ball in die Maschen zu dreschen, wollte Pascal für ihn technisches Neuland betreten. Er versuchte es mit einem Heber, und scheiterte krachend. Gelächter auf den vollbesetzten Rängen ob des mickrigen Hebers direkt in die Arme des verdutzten Keepers war die verdiente Folge dieses lächerlichen Abschlusses. Peinlich berührt traute sich Pascal nicht mehr zurück in die Abwehr, versteckte sich lieber hinter dem Pfosten und lies seine Kollegen so ein zweites Mal im Stich.
Auch deshalb war der Vorsprung der SG acht Minuten vor dem Ende auf zwei Treffer zusammengeschmolzen. Mit einer doppelten Manndeckung gegen den Rückraum der Gäste versuchte der TuS nun, den Druck zusätzlich zu erhöhen. Dadurch rutschte Rechtsaußen Jonas Meyer in die Mitte, der endlich seinem großen Ziel, der Spielmacherposition, ganz nahe gekommen war. Geschickt leitete er Kreuzbewegung gegen die „behäbige Abwehr“ (O-Ton Meyer) ein. Auch wenn er selbst keinen Treffer beisteuerte, so war er davon überzeugt, wie schön er seine Mitspieler in Szene setzen konnte. Toll gemacht Jonas! Denn mit ihm auf der Mitte und mit Kay Holzer, Jan Bantle und Simon King auf den weiteren Positionen setzte sich die SG wieder ab und machte 70 Sekunden vor Abpfiff mit dem Treffer zum 29:25 durch Jan Bantle den berühmten Deckel drauf. Der letzte Oppenauer Treffer zum 29:26 Endstand durch Marius Bächle war reine Ergebniskosmetik.
 
Ein verdienter, wenn auch mühsam erarbeitetet Auswärtssieg der Schramberger gegen das neue Tabellenschlusslicht aus Oppenau. Die SG schließt damit zur Spitzengruppe auf und hat nächste Woche im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Ottenheim die Chance, weiteren Boden gut zu machen (Anwurf Samstag, 07.12. um 18 Uhr in der Kreissporthalle Schramberg-Sulgen).
 
Für die SG spielten:
Im Tor:
Bärenfreund Achim Lidl, Lauterbacher Tim Deuringer
Im Feld: Wildschwein vom Kreis Simon King (3), Jan Bantle (7), Maximilian Bantle, Kay Holzer (1), Ghostbuster Heiko Häsler (1), Hartmetall-Buddy Pascal-David Möller (10/1), Julian Roming (1), Geweihträger Sahar Mironow, Enis Baca (4), Jonas Meyer (2)