Startseite > News > Meldungen_Startseite > Spielbericht: SG bei SV Zunsweier 2

Nie gefährdeter Sieg für die 2. Mannschaft der SG Schramberg 1858

Dem überzeugenden Auftritt in der Vorwoche gegen den TuS aus Oppenau wollten die Schramberger Handballer von der 2. Mannschaft einen weiteren Sieg folgen lassen. Am Samstagnachmittag zu ungewohnter Zeit um 16:10 Uhr fand man sich auf dem Sulgen ein, um 60 Minuten der harzigen Kugel hinterherzujagen. Erfreulich anzumerken war, dass der bullige Baggerfan Pascal den Weg von der bauma wieder zurück in seine Schwarzwälder Heimat gefunden hat. Auf seinen Meißelbrother Julio musste man dagegen aus nicht bekannten Gründen verzichten. Aus Quellen, die nicht genannt werden wollen, war zu hören, er habe sich mit 3 verschieden farbigen Meißel an den Gardasee zurückgezogen, um seinen Meißelfetischismus auszuleben. Nun ja - jedem Tierchen sein Plaisirchen. Coach Schinle hofft auf jeden Fall, dass er in den zwei kommenden Spielen auf den Meißelfetischist und seinen Bruder „Ich-Spiele-nur-noch-Auswärts“ Damian zurückgreifen kann. Insbesondere beim nächsten Spiel in der Festhalle in Unterharmersbach wäre es wichtig, wenn beide auflaufen würden.
 
Aufgrund der gezeigten Trainingsleistung war sich Coach Schinle äußerst unschlüssig, wem er die Spielmacherrolle von Anfang an anvertrauen sollte. Entweder dem kleinsten Mittelsmann der Liga Eni oder dem bulligen Baggerfan Pascal? Kurz und schmerzlos wurde dies beim Denksport mit psychologisch-taktischer Komponente „Schere-Stein-Papier“ ausgespielt. Hier sah der eh schon alt aussehende Baggerfan wirklich alt aus. Eni erteilte dem Baggerfan eine Lehrstunde in der Spieltheorie und gewann das One-on-One souverän mit 3:0. Wenn ich den ganzen Tag von Baggern und Meißel träumen würde, hätte ich auch keine Zeit mich mit mathematischen Phänomenen wie der Spieltheorie auseinanderzusetzen, lieber Pascal! Auch wäre mir das „Law of effect“ nach Edward Lee Thorndike kein Begriff. Nach diesem Gesetz neigen Spieler beim Gewinn eher dazu in der nächsten Runde bei der gewählten Spielfigur zu bleiben. Bei einer Niederlage oder bei einem Unentschieden neigen sie zur Wahl einer anderen Spielfigur.
 
Exkurs: Hat ein Spieler verloren, wählt er in der nächsten Runde eher die niedrigere Spielfigur zu der vorher gewählten (Papier statt Schere, Stein statt Papier, Schere statt Stein). Bei einem Unentschieden dagegen entscheiden sich Spieler statistisch für die nächsthöhere Spielfigur (Schere statt Papier, Papier statt Stein, Stein statt Schere). Nach diesen Erkenntnissen solltest du, lieber Pascal beim nächsten Mal folgende Strategie verfolgen: Nimm nach einem Unentschieden die nächsttiefere Spielfigur, nimm nach einem Sieg die Spielfigur, die der Gegner gewählt hatte, nimm nach einer Niederlage die nächsthöhere Spielfigur als die, die der Gegner gewählt hatte.
Kleiner Fun Fact am Rande: Die Schere wurde bei der zurückliegenden „Schere, Stein, Papier“-Weltmeisterschaft mit 29,6 % am seltensten gewählt.
 
Gegner am vergangenen Samstag war die Zweitvertretung aus Zunsweier. Vorneweg sei gesagt, dass das Spiel von beiden Seiten zu jeder Zeit leidenschaftlich, aber auch immer fair geführt wurde. So wünscht man sich das jedes Wochenende! Die Männer aus der Talstadt um Mittelmann Eni startete besser in die Partie und führten schnell 5:3. Während die Abwehr um Abwehrchef Fehrenbacher hervorragend stand, stotterte der Angriffsmotor der Talstädter insbesondere vor der geschlossenen Abwehr der Zunsweirer ungewohnt stark. Beim Stand von 8:8 legte Coach Schinle die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Er fordert seine Männer auf konzentrierter und strukturierter im Angriff zu spielen und nur bei klaren Torchancen den Abschluss zu suchen. Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen auch die Schinle-Brothers etwas besser ins Spiel. Waren sie zuvor doch nur durch unnötige Lupfer (der Ältere) oder Faulheit (der Jüngere) in Erscheinung getreten. Bis zur Halbzeit konnte man sich so ein drei Tore Führung herauswerfen.
 
Zum Start der zweiten Halbzeit drückten die Schramberger vermehrt aufs Tempo. Insbesondere die rechte Seite der SG 1858 um den überragenden Max Heß, er konnte an diesem Nachmittag 11 Tore erzielen, kam immer wieder zu einfachen Gegenstoßtoren – Chapeau Max! Wie jeder Handballkenner weiß sind Gegenstöße aber zumeist nur möglich wenn die Abwehr gut steht und der bzw. die Torhüter gut aufgelegt sind. Egal welchem Keeper Coach Schinle das Vertrauen schenkte, er lieferte ab. Der angriffslustige Autosammler Marci glänzte in den ersten 40 Minuten insbesondere durch seine messerscharfen und punktgenauen Gegenstoßpässe. Wohingegen sein Kollege „Ich-mache-heute-einen-Ruhigen“ Tim Deuringer einen freien Wurf nach dem anderen wegnahm. Letztgenannter stammt übrigens aus dem schier unendlich erscheinenden Talentreservoir Lauterbach. Meistens zieht es die wirklichen Talente von dort schon in der Jugend in die Talstadt.
 
Alles in allem kann man von einem gelungenen Nachmittag für die „Da-Bach-na-Fahrer“-Städter sprechen. Der Sieg war zu keiner Zeit gefährdet und wurde souverän über die Zeit gebracht. Bei noch zwei ausstehenden Saisonspielen ist der Schramberger Zweitvertretung der Vize-Meistertitel nicht mehr zu nehmen. Autosammler und Schalke-Fan Marcel Krause zeigte sich darüber hoch erfreut: „Jetzt weiß ich endlich wie sich meine großen Vorbilder in Königsblau immer fühlen“.
 
Für die SG 1858 Schramberg spielten: Tim Deuringer und Marcel Krause im Tor; Tobias Schinle (3), Andreas Schleicher (2), Matthias Schinle (1), Pascal Möller (1), Jan Bantle (1), Enrico Schrödter (1/1), Max Heß (11), Tim Heß, Adrian Väth (1), Manuel Fleig (3), Fabian Eickhoff (1) und Philipp Fehrenbacher (1)